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Aspekte rehabilitativer- und präventiver Maßnahmen

Grundvoraussetzung für die Teilnahme an Sport- und Übungsgruppen ist die Motivation der Teilnehmer selbst, sich sportlich bzw. motorisch zu aktivieren. Einige der behinderten Sportler sind dazu in der Lage, andere bedürfen dazu Motivation von außen.

Über Bewegung und spielerisches Miteinander werden solche Motivationsprozesse in Gang gesetzt bzw. aufrechterhalten. D.h., der Spaß, die Freude am gemeinsamen Tun, das Erleben von vielfach neuen Reizen und Situationen steht hier im Vordergrund. Über eben diese affektiv-emotionale Ebene wird versucht, einen Zugang zu dem behinderten Menschen zu finden, der es ihm wiederum ermöglicht, sich selbst aber auch andere besser kennen zu lernen.

Über das Miteinander-Agieren vollziehen sich eine Reihe organische, personenspezifische und gruppendynamische Prozesse. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Prozesse der Aktivation, Affekte/Emotionen, Motorik, Kommunikation und Interaktion.

Neben diesem "Erlebnisfeld" Bewegung, Spiel und Sport steht das daraus resultierende motorische, sportart-spezifische, soziale und letztendlich – in seinem Transfer-Effekt für den Alltag gegebene – lebenspraktische "Lern- und Übungsfeld". Um den anderen als Partner bzw. die anderen als Mitglieder und das Gesamte als Gruppe wahrnehmen zu können, erfordert es vor allem soziale Kompetenzen von Seiten der behinderten Sportler.

Nach dem Erlernen neue Bewegungs-, Verhaltens- und Handlungsmuster über Bewegung, Spiel und Sport steht die Erfahrung des eigenen Körpers, dessen Belastungs-, aber auch Erholungsfähigkeit im Mittelpunkt.

Hier gilt es, über Körperwahrnehmungs- und Körperschema-Übungen den behinderten Sportlern für Körpersignale, Belastungs- und/oder Entspannungssituationen sensibel zu machen. Damit einher geht die Aufgabe, mit sich und ihren Gefühlen besser umgehen zu können.

Psychophysische Regulationstechniken wie spezifische Entspannungsverfahren (Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation in modifizierter Anwendungsform) oder bewusste, aber dosierte und von außen kontrollierte, hohe Belastungsreize bieten sich hier als zusätzliche Methoden und Verfahren an.

Die Bewusstmachung dessen, was wann bzw. wie und vor allem warum geübt wird, macht den eigentlichen Lern- und damit auch Transfer-Effekt auf andere Bereiche aus. Die behinderten Sportler sollen wissen, was sie machen; sie müssen es nachvollziehen können, um es zu verstehen. Nur so werden langfristige (Teil)Ziele erreicht und damit bewegungs- und sporttherapeutische Maßnahmen einen Sinn ergeben.

Der therapeutische Anspruch solcher Maßnahmen ergibt sich aus der Tatsache, dass die Inhalte und Programme auf kontrollierbarer Planung mit kurz- und langfristigen (Teil)Zielen beruhen.

Situative Spontaneität bzw. flexibles Handeln ist hier jedoch trotzdem unbedingt gefordert, da sich die physischen und psychischen Ausgangsbedingungen der behinderten Sportler stets ändern. Kontrolle bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Programme in ihren Übungsschritten und (Teil)Zielen aufeinander aufbauen, in keinem Widerspruch zueinander stehen und jederzeit die Möglichkeit gegeben ist, von außen ändernd oder regulierend eingreifen zu können.

Voraussetzung hierfür ist eine kontinuierliche Dokumentation der Geschehnisse und Abläufe, bezogen auf ihre Effektivität, um daraus resultierende Konsequenzen für nachfolgende Programme ausweisen zu können.

 

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